Wie Selbstreflexion meine Führung – und die meines Teams – auf ein neues Level gehoben hat

Warum echte Führung immer bei dir selbst beginnt – und wie Selbstreflexion Klarheit, Menschlichkeit und Effizienz in dein Team bringt.

Ich gebe es zu: Früher dachte ich, „Selbstreflexion“ klingt wie etwas, das man in einem Yoga-Retreat zwischen Räucherstäbchen und veganem Bananenbrot macht. Nett, aber… hat das was mit Business zu tun?
Und dann habe ich gelernt: Ja, sehr viel sogar!

Heute bin ich etwas schlauer und ein paar graue Haare weiser und weiß: Wer sich selbst gut führt, führt andere besser. Punkt. Keine PowerPoint-Folie dieser Welt kann das ersetzen.

Es gibt sogar Menschen, die sagen: Nur, wer sich selbst führen kann, kann andere führen. Und ich denke, da ist viel Wahres dran – insbesondere in Krisenzeiten, wenn es nicht rund läuft und vieles auf einmal oder sehr schnell geschehen muss.

Und weil ich in den letzten Jahren ein paar Aha-Momente (und auch ein paar „Autsch“-Momente) gesammelt habe, möchte ich sie mit dir teilen. Vielleicht erkennst du dich wieder – oder bekommst den einen Impuls, der dir heute den Tag rettet.

1. Selbstreflexion ist der Turbo für Klarheit – und Klarheit ist der Turbo für Output

Früher bin ich morgens, sobald ich im Büro angekommen war, sofort ins erste Meeting gestolpert. Es fühlte sich oft an wie in einer chaotischen WG-Küche: Viele Themen, viele Stimmen – und ich mittendrin.

Erst als ich mir jeden Morgen fünf Minuten Zeit genommen habe, um mich zu fragen:
„Was will ich heute wirklich erreichen?“, hat sich etwas verändert.

Plötzlich waren Prioritäten klar. Entscheidungen leichter. Das Team wusste, woran es ist – und Deadlines waren nicht mehr so gefürchtet wie Montagmorgen-Mails.

Heute habe ich ein Ritual: Bei einem doppelten Espresso – oft nicht an meinem eigentlichen Arbeitsplatz – starte ich den Tag mit dieser Frage und richte mich aus. Wenn besonders viel los ist, schreibe ich mein Tagesziel auf einen Post-It und klebe ihn sichtbar an den Monitor. So bleibt die Klarheit den ganzen Tag präsent.

2. Selbstreflexion macht dich menschlich – und Menschlichkeit macht Teams stark

Ich dachte lange, Führungskraft sein heißt: unerschütterlich, tough, immer eine Antwort parat. Und vor allem: Keine Gefühle zeigen, sondern immer vermitteln, alles im Griff zu haben.

Newsflash: Das macht dich nicht stark – das macht dich anstrengend.

Nachdem ich angefangen hatte, mich selbst zu hinterfragen („Warum stresst mich das gerade?“ oder „Was brauche ich jetzt eigentlich?“), wurde ich authentischer.

Und siehe da: Das Team sprach offener, brachte Ideen ein, legte Fehler offen – und fand schneller Lösungen.

Menschlichkeit in der Führung ist kein „Nice to have“.
Es ist der Kleber, der Teams zusammenhält – und gilt auch im Umgang mit dir selbst.

3. Selbstreflexion spart Energie – und setzt sie frei, wo sie zählt

Ich habe aufgehört, mich über alles aufzuregen, was ich nicht kontrollieren kann. Das klingt banal, ist aber revolutionär.

Statt meine Energie in Ärger, unnötige Meetings oder ständiges „Feuerlöschen“ zu stecken, habe ich gelernt, bewusst Pausen zu machen und mich zu fokussieren.

Das Ergebnis: Weniger Drama, mehr Produktivität.
Mein Team merkte schnell: Wenn die Chefin gelassen ist, bleiben alle gelassener. Und gelassen arbeitet es sich einfach besser.

Fazit

Selbstreflexion ist kein „Extra-Tool“ für Führungskräfte, sondern die Basis. Sie macht dich klarer, menschlicher und effizienter – und wirkt wie ein Multiplikator für dein ganzes Team.

Und falls dir dieser Artikel gefallen hat: Teile ihn mit der einen Person, die gerade dringend eine kleine Selbstführungs-Prise gebrauchen könnte.

— Dieser Blog-Beitrag von mir ist zuerst erschienen am 19. August 2025 auf dem Blog von Speakers Excellence.

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